Kaffeehauskultur

Die ersten zwei Cafés wurden 1554 in Konstantinopel eröffnet. Da sie großen Erfolg hatten, gab es bald an allen Ecken Cafés. Die qahveh khaneh wurden auch »Weisheitsschulen« ge­nannt, denn sie waren beliebter Treffpunkt von Gelehrten und Schriftstellern, die dort unter der berauschenden Wirkung des aroma­tischen Tranks ihre kulturellen und politischen Auseinandersetzungen ausfochten. In den Cafés konnte man Musik hören, den Fabeln und Legenden der Bänkelsänger lauschen, Schach oder mancalah, eine Art Backgammon, spielen, sich unterhalten oder neue Bekannt­schaften, oft auch mit Reisenden aus fernen Ländern, schließen. Diesen Beitrag weiterlesen »

Die historischen Cafes

Im Laufe des 18. und 19. Jahrhunderts über­nahmen die Cafés verstärkt die Rolle literari­scher und kultureller Zirkel. Die bekanntesten in Italien waren der »Circolo Aragno« in Rom, der »Circolo Michelangelo« in Florenz und der »Circolo Fiorio« in Turin, aber in allen italienischen und europäischen Städten gab es diese Kulturtreffs.

Viele hatten im Laufe der Jahrhunderte ihren Prunk und ihre kulturelle Zweckbestimmung beibehalten, vor allem in Italien, was eigentlich als Bestätigung für die Vorliebe dieses Landes für das schwarze Getränk ausgelegt werden könnte. In Italien gibt es vielleicht heute noch die größte Anzahl historischer Cafés. Um nur einige zu nennen: das Café Greco und das Aragno in Rom, das Gambrinus in Neapel, in Flo­renz das Cafe Giubbe Rosse und das Gilli, in Venedig Florian und Quadri, in Padua das Café Pedrocchi, in Triest das Tommaseo und das San Marco, in Turin das Platti, das San Carlo, das Fiorio, Baratti und Milano. Diesen Beitrag weiterlesen »

Verbraucher- und Erzeugerländer

Die Völker unserer Erde lassen sich in Tee Trinker und Kaffeetrinker unterteilen. Selbst innerhalb einer Familie kristallisie­ren sich eindeutige Vorlieben heraus, Paradoxerweise gilt dies auch für die Erzeugerländer von Kaffee. Es verwundert niemand, dass in Indien, dem großen Tee- und mittle­ren Kaffee-Erzeuger (über zwei Millionen Säcke jährlich), nur wenige Gramm Kaffee pro Kopf jährlich verbraucht werden, aber es überrascht, dass dasselbe auch für den größten Teil der afrikanischen Länder gilt, für die der Kaffee die Haupteinnahmequelle darstellt. Diesen Beitrag weiterlesen »

Das Kaffee Rösten

Nach den Verarbeitungsverfahren in den Er­zeugerländern kann der grüne Kaffee ohne besondere Vorkehrungen einige Jahre ge­lagert werden. Der geröstete Kaffee hingegen ist nur bedingt und für kurze Zeit lagerbeständig, ganz besonders dann, wenn er nicht in Schutzpackungen abgefüllt ist.

Aus diesem Grund erfolgt das Kaffee Rösten ge­wöhnlich im Verbraucherland, um die Zeit zwischen dieser Verarbeitungsphase und dem Verbrauch möglichst gering zu halten, Der Röstvorgang ist im Wesentlichen eine Pyrolyse: die Kaffeetemperatur wird in einem Zeitraum von 10-15 Minuten (theoretisch könnte man den Kaffee auch in noch kürze­rer Zeit oder in einer halben Stunde rösten) auf 200-230 °C gesteigert und erzeugt da­durch in den Samen erhebliche physikalisch-chemische Änderungen, welche die Aufberei­tung erleichtern und vor allem die Qualität des Getränks stark beeinflussen. Diesen Beitrag weiterlesen »

Auslese und Mischung

Aufgabe der Rösterei ist die verbrauchsfer­tige Verarbeitung der grünen Bohnen. Die wichtigsten Phasen sind ohne Zweifel die Rö­stung, die für die Aromaentfaltung verant­wortlich ist, und die Verpackung. Nicht zu unterschätzen sind auch die Auslese und die Mischung. Unter den grünen Kaffeebohnen können sich schadhafte Bohnen verbergen, was bei einer Ernte nach der Stripping-Methode und einer nicht besonders sorgfältigen Verarbeitung sogar sehr wahrscheinlich ist.

Wie bereits beschrieben, werden die Kaffee­kirschen und Bohnen während des nassen Aufbereitungsverfahrens mehrmals ausgele­sen; trotzdem kann es vorkommen, dass sich unter dem gewaschenen Kaffee leicht fermen­tierte und übelriechende Samen verbergen, die mit einer elektronischen UV-Sortierma­schine eliminiert werden. Bei den trockenen Verfahren, wo bereits mit weniger Sorgfalt geerntet wird, findet man häufig unreife oder überreife Bohnen. Die elektronische Zwei­farben-Sortiermaschine ermittelt die Farbbestandteile der Umhüllung und erkennt dadurch, ob die Bohne den erforderlichen Reifegrad erreicht hat. Leider stehen aber diese Diesen Beitrag weiterlesen »

Wie der Kaffee nach Java kam

Das Verdienst der ersten Kaffeeimporte aus Arabien und der Verbreitung des Kaffeekon­sums in Europa gebührt den Venezianern, die fast ein ganzes Jahrhundert, bis Anfang des 18. Jahrhunderts, darum kämpften, ihre Vor­rangstellung im Kaffeehandel nicht zu verlie­ren. Den Holländern ist aber der Kaffeeanbau außerhalb der arabischen Länder zu verdan­ken, die bis Mitte des 17. Jahrhunderts ihr Mo­nopol verteidigen konnten: Sie rösteten oder brauten den Kaffee, bevor sie ihn an Fremde weiterverkauften und setzten alles daran, die Kaffee-Erzeugung in anderen Ländern zu ver­hindern. Diesen Beitrag weiterlesen »

Die Kaffeeverpackung

Der geröstete Kaffee ist nun verbrauchsfer­tig. Die gerösteten Bohnen müssen aber vor dem Versand an die Verbrauchermärkte nach allen Regeln der Kunst gelagert und verpackt werden. Bei Zimmertemperatur verliert das Röstgut innerhalb zwei Wochen seine charakteristische Frische und seinen Duft: die aus den Bohnen entweichende Koh­lensäure setzt auch die flüchtigen Aromastoffe frei und entzieht dem Kaffee einen Teil seiner Substanzen; die in der Luft enthaltene Feuchtigkeit und der Sauerstoff tragen zum Aromaverlust bei, da sie die Oxydation einleiten und beschleunigen. Diesen Beitrag weiterlesen »