Archive for October, 2010

Pharisäer

Der Legende nach wurde der Pharisäer im 19. Jahrhundert auf der nordfriesischen Insel Nordstrand erfunden, um in Gegenwart des Pastors einen Kaffee mit einem Schuss Alkohol trinken zu können. Durch die Schlagobershaube verdunstet der Rum nämlich nicht und man kann den Alkohol nicht riechen. Als der Pfarrer dahinter kam, soll er “Oh, ihr Pharisäer” ausgerufen haben und gab so dem Getränk seinen Namen.

Zutaten:

  • 1/8 starker, schwarzer, heißer Kaffee
  • 2cl Rum (Jamaika)
  • 1 TL Zucker
  • Schlagobershaube

Zubereitung:

Für das Nationalgetränk der Nordfriesen braucht man eine hohe Kaffeetasse mit Untersetzer oder gleich ein richtiges Pharisäer Gedeck. Dort hinein gibt man den Rum, den Zucker und dann den Kaffee. Als Krönung kommt oben drauf noch die Haube aus Schlagobers und schon ist der Pharisäer fertig. Ganz wichtig: Nicht umrühren, sondern den Kaffee durch das Obers hindurch trinken!

Caffe Shakerato

In Italien ist der Caffè Shakerato besonders in den heißen Sommermonaten als koffeinhaltige Erfrischung sehr beliebt.

Zutaten:

  • 1 Espresso
  • 2-3 Eiswürfel
  • optional ein Aromazusatz nach Wahl

Zubereitung:

“Shakerato” heißt auf Deutsch so viel wie “geschüttelt”. Und genau das machen wir auch mit den Zutaten des Caffè Shakerato: Kaffee und eiswürfel in einem Shaker zusammen schaumig schütteln. Serviert wird der kühle Drink in einem Wein- oder Cocktailglas. Viele geben ihrem Caffe Shakerato noch eine persönliche Note in Form eines Aromazusatzes ihrer Wahl. Hier bieten sich Vanille- oder Haselnusssirup, ein Schuss Zitrone oder gar Grappa oder Amaretto an. Als Variante kann man den Shakerato auch mit Schlagobers und Schokoladesauce servieren.

Ich wünsche gutes Gelingen

Cafe Barraquito

Der Barraquito ist eine Spezialität der Insel Teneriffa

Zutaten:

  • heißer Espresso
  • süße Kondensmilch
  • 1 Stück Zitronenschale (unbehandelt)
  • 2cl Likör 43 oder Tia Maria
  • Milchschaum
  • zimt zum Bestreuen

Zubereitung:

Den Barraquito trinkt man aus einem Espressoglas, in das man zuerst die kondensmilch, dann den Espresso mit dem Likör und dann die Zitronenschale gibt. Etwas Milch aufschäumen, eine Minute stehen lassen, damit sich der Schaum setzen kann, und mit einem Löffel den Milchschaum auf den Barraquito geben. Wenn man alles richtig gemacht hat, dann sollten drei Schichten entstanden sein: Kondensmilch, darauf der Espresso und zuoberst der Milchschaum. Zum Schluss kann man das Ganze noch mit etwas Zimt bestreuen. Wenn kein Likör”43″ oder Tia Maria greifbar ist, kann auch jeder andere süße Likör als Ersatz verwendet werden.

Die historischen Cafes

Im Laufe des 18. und 19. Jahrhunderts über­nahmen die Cafés verstärkt die Rolle literari­scher und kultureller Zirkel. Die bekanntesten in Italien waren der »Circolo Aragno« in Rom, der »Circolo Michelangelo« in Florenz und der »Circolo Fiorio« in Turin, aber in allen italienischen und europäischen Städten gab es diese Kulturtreffs.

Viele hatten im Laufe der Jahrhunderte ihren Prunk und ihre kulturelle Zweckbestimmung beibehalten, vor allem in Italien, was eigentlich als Bestätigung für die Vorliebe dieses Landes für das schwarze Getränk ausgelegt werden könnte. In Italien gibt es vielleicht heute noch die größte Anzahl historischer Cafés. Um nur einige zu nennen: das Cafe Greco und das Aragno in Rom, das Gambrinus in Neapel, in Flo­renz das Café Giubbe Rosse und das Gilli, in Venedig Florian und Quadri, in Padua das Cafe Pedrocchi, in Triest das Tommaseo und das San Marco, in Turin das Platti, das San Carlo, das Fiorio, Baratti und Milano. Sie zeu­gen von der Vergangenheit und der Rolle der Kaffeehäuser und somit des Kaffees in der ge­sellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturel­len Entwicklung; auch heute noch gelten sie als Treffpunkt der internationalen Gesellschaft. In einigen Kaffeehäusern werden Debatten ge­führt und Tagungen organisiert oder auch Konzerte in der besten französischen Tradition des Café chantant abgehalten. Phantasiereiche Legenden umhüllen das be­rühmteste und älteste unter den italienischen Kaffeehäusern, das venezianische Cafe Flo­rian (1720). Man findet es direkt am Markusplatz unter den Laubengängen der Procuratie Nuove; in vielen kleinen Sälen, die eigene Namen tragen (saletta »cinese«, »greca«, »dei quadri«, »del Senato«) und von denen einer nach langen Restaurierungsarbeiten jetzt wie­der dem Publikum zugänglich gemacht wurde, kann man einen kleinen Espresso genießen. An den Wänden kann man Fresken, Malereien und goldene Einlegearbeiten bewundern; die Holz- und Marmortischchen und die Stühle, auf denen Casanova, Parini, D’Annunzio, Goethe, Dickens, Proust und viele andere berühmte Leute gesessen haben, sind noch be­stens erhalten. Hier wurden nach dem Jahre 1760 mehrere Zeitschriften gegründet, darun­ter auch die »Gazzetta Veneta« von Gaspare Gozzi. Der eigentlich so einfache Ritus des Kaffeetrinkens erlangt hier besondere Feier­lichkeit und Würde. Vielleicht ist es auch die herrliche Ausstattung der Säle oder das über­wältigende, einzigartige Gefühl, an den klei­nen Tischchen auf dem Markusplatz zu sitzen und bequem die Paläste und die Basilika zu be­wundern.

Das römische Cafe Greco wurde in der Via Condotti, wenige Schritte von der Piazza di Spagna entfernt, nur wenige Jahre später als das Café Florian eröffnet. Die unscheinbare Fassade des Gebäudes birgt ein weitläufiges, in viele kleine Säle unterteiltes Lokal, die durch einen engen Gang miteinander verbunden sind. Der »rote Saal« ist für wichtige Persön­lichkeiten reserviert. Auch die Wände des Cafe Greco sind mit kostbaren Gemälden -darunter Werke von Vincenzo Giovannini — und Statuen und Figuren ausgeschmückt; es gibt sogar eine Bibliothek mit antiken Bänden und Dokumenten. Die Liste der berühmten Gäste des Cafés ist zu lang, um alle aufzuzäh­len. Neben Literaten und Künstlern waren hier Könige und Herrscher zu Gast, wie Ludwig I. von Bayern und Konstantin von Griechen­land, Staatsmänner wie Präsident Kennedy und Mitterrand und sogar ein Papst, Leo XIII. Auch heute kann man dort Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben oder der Theater­welt begegnen.

Das Cafe Pedrocchi in Padua ist jünger als das Florian und das Greco: Es wurde 1831 von Antonio Pedrocchi, der von seinem Vater einen alten, bescheidenen Kaffeeladen übernommen hatte, eröffnet. Pläne und Entwurf stammen von dem venezianischen Architekten Giuseppe Jappelli. Das Café Pedrocchi, das vor kurzem vollständig renoviert wurde, um den Marmor­böden und den Wänden den alten Glanz wieder zu verleihen, gilt heutzutage als »Tempel« der Kaffeewelt. Am Eingang wachen Löwenstatuen aus Naturstein über die Gäste, die im Sommer im Freien vor dem Cafe sitzen; im Inneren des Erdgeschosses befindet sich der Hauptsaal, wo man an einer behauenen Marmortheke genüsslich Kaffee trinken kann. Im Obergeschoß hegen etwa zehn verschiedenartig dekorierte Säle, wo man sich im Winter gemütlich an die kleinen Tische setzen kann. Das Cafe Pedrocchi ist eine Mischung verschiedener architekto­nischer Stilarten, die vielleicht etwas gewagt sein mag, aber durchaus einen angenehmen Eindruck erweckt. Man sollte sich Zeit neh­men, um sich die Säle in aller Ruhe anzusehen. Um den Ansprüchen und Bedürfnissen einer heterogenen Kundschaft von Touristen und im Zentrum arbeitenden Stadtbewohnern entge­gen zu kommen, hat der Geschäftsführer des Pedrocchi beschlossen, eine besondere Theke für eilige Kunden einzurichten und die prunk­vollen antiken Säle anspruchsvollem Publikum vorzubehalten. Diese Form könnte als Beispiel für die moderne Entwicklung des historischen Cafés gelten.

Die Beliebtheit der Kaffeehäuser ist seit Jahr­hunderten ungebrochen, so dass man um ihre Zukunft nicht zu bangen braucht. Wenn auch der Besuch einiger dieser Cafés den Eindruck eines Museumsbesuchs erwecken kann, da den Fresken an den Wänden weitaus mehr Auf­merksamkeit gewidmet wird als der Qualität der Getränke, so gibt es doch viele andere, in die man mit der Absicht eintritt, das Produkt zu genießen, das seit Jahren die Berühmtheit des Lokals unterstützt: eine heiße Wiener Scho­kolade, einen Modeaperitif, einen besonderen Espresso. Von längst vergangenen Zeiten, als man in den prunkvollen, mit Stuckarbeiten und Spiegeln geschmückten Sälen hohe geistliche Herren und gekrönte Häupter antreffen konnte, über jüngere Zeiten, in denen Wissen­schaftler und Bohemiens an den Marmortischchen exklusive Kreise gründeten, kommt man auf unsere Tage und entdeckt, dass sich in den Kaffeehäusern ein kunterbuntes Leben ab­spielt: Man spielt Karten, Schach, Billard; man lernt, trifft sich mit Freunden, führt geschäft­liche Verhandlungen, Auch dem Alltag lassen sich so angenehme Seiten abgewinnen.

Die Geschichte des Kaffeehauses

Seit die Araber Ende des 14. Jahrhunderts den Röstprozess und das uns überlieferte schwarze Getränk erfunden hatten, verfolgte der Kaffee gleichsam eine doppelte Laufbahn: eine private und eine öffentliche. Die erste spielte sich im Familienkreis ab, die zweite wurde im Laufe der Jahre durch kulturelle und soziale Ereig­nisse geprägt.

Die ersten zwei Cafés wurden 1554 in Konstantinopel eröffnet. Da sie großen Erfolg hatten, gab es bald an allen Ecken Cafés. Die qahveh khaneh wurden auch »Weisheitsschulen« ge­nannt, denn sie waren beliebter Treffpunkt von Gelehrten und Schriftstellern, die dort unter der berauschenden Wirkung des aroma­tischen Tranks ihre kulturellen und politischen Auseinandersetzungen ausfochten. In den Cafés konnte man Musik hören, den Fabeln und Legenden der Bänkelsänger lauschen, Schach oder mancalah, eine Art Backgammon, spielen, sich unterhalten oder neue Bekannt­schaften, oft auch mit Reisenden aus fernen Ländern, schließen. Häufig wurden vor einer dampfenden Kaffeetasse wichtige Verträge ab­geschlossen. In den antiken Kaffeehäusern Konstantinopels, den Vorläufern der europäi­schen Cafés, ging es äußerst lebhaft zu, sie prägten das Bild der Stadt und waren der Anlass zum wirtschaftlichen und sozialen Auf­schwung sowie die Wiege kultureller und politischer Bewegungen. Gerade wegen ihrer Rolle als Treffpunkt der Intellektuellen, deren Tätig­keit von den Herrschern oft als revolutionäre Propaganda ausgelegt wurde, mussten die qah­veh khaneh dreimal wegen illegaler Aktivität schließen. Aber alle Verbote nützten nichts: Die Bevölkerung beachtete sie nicht, das Kaffee trinken und das ganze Drumherum gehörte zu den tief eingebürgerten Gewohnheiten, zu einem Ritus des türkischen Daseins. Als im darauffolgenden Jahrhundert auch in Europa die ersten Kaffeehäuser eröffnet wur­den, machte das türkische Modell Schule. Eini­ge phantasiereiche Händler aus dem Orient versuchten den Trank zuerst unter der Bevöl­kerung der unteren und mittleren Sozial Schichten einzuführen; sicher hatten sie dabei an die Beliebtheit des Kaffees in den arabischen Län­dern gedacht; aber nachdem weder die Stra­ßenverkäufer noch die bescheidenen Cafés den erhofften Erfolg erzielt hatten, entstanden nach und nach elegante, prunkvolle Kaffee­häuser für eine kultivierte, wohlhabende Kundschaft. So wurde in Venedig, wo man den Kaffee seit dem 17. Jahrhundert in den Botteghe delle Acque e dei Ghiacci (Wasser- und Eisläden) servierte, im Jahre 1720 das Kaffeehaus »Caffe alla Venezia Trionfante« eröffnet. Der ursprüngliche Name — vielleicht von dem Wunsch getragen, die Regierenden in der schwierigen militärischen und wirtschaftlichen Lage zu ermutigen oder sich bei ihnen beliebt zu machen – wurde später durch »Caffe Flo­rian«, den Namen seines Gründers Floriano Francesconi, ersetzt. Neben Kaffee wurden auch andere Getränke und Süßigkeiten ser­viert, den Stammgästen standen außerdem Zei­tungen und Zeitschriften für eine angenehme Lesestunde zur Verfügung. Bald wurde das Café Florian zum Mittelpunkt eines regen kul­turellen Meinungsaustausches und Treffpunkt der Geschäftsleute. Der Erfolg war dermaßen überraschend, dass innerhalb von wenigen Jah­ren auf dem Markusplatz 30 Kaffeehäuser aufmachten, aber der bedeutendste Rivale des Café Florian war und ist das Café Quadrier auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes, das nur einige Jahre später eröffnet wurde.

Das älteste Wiener Lokal, wo der braune Aufguss serviert wurde, war das Gasthaus »Zur blauen Flasche«, das 1687 von einem gewissen Georg Kolschitsky ins Leben gerufen wurde, der bei der Befreiung Wiens von der Belage­rung der osmanischen Armee eine bedeutende Rolle gespielt und als Dank auch 500 Säcke Kaffee erhalten hatte, die die Feinde auf ihrer Flucht hinterlassen hatten. Da er mit den Ge­wohnheiten der Araber tief vertraut war, lernte er bald, die Bohnen zu rösten und den Aufguss zu brauen, welcher in der »Blauen Fla­sche« mit halbmondförmigem Gebäck serviert wurde, um den Sieg über die Türken auch würdig zu feiern. So entstanden die überall bekannten Kipferl. Damit bürgerte sich die typisch mitteleuropäische Gewohnheit ein, den Kaffee mit Gebäck und sonstigen Süßigkeiten anzubieten.

Das erste bedeutende Café Ende des 18. Jahr­hunderts in Paris hieß (und heißt auch heute noch) »Procope« nach seinem Gründer Procopio dei Coltelli, einem sizilianischen Edelmann. Zwar ist das »Procope« heute ein Restaurant, doch die magische Atmosphäre der ersten euro­päischen Cafés ist erhalten geblieben. Trotz der stark verwurzelten Gewohnheit der Engländer, Tee zu trinken, konnten sich auch in London zahlreiche Kaffeehäuser ansiedeln. Das erste wurde schon 1652 auf Initiative eines gewissen Pasqua Rosee gegründet.

Was aber die bekannten Kaffeehäuser im Europa des 17. Jahrhunderts verband, war der ursprüngliche Geist der Cafés von Konstanti­nopel: Der Genuss einer Tasse Kaffee war nie Selbstzweck, sondern Vorwand und Anre­gung für gesellige und kulturelle Ziele. In den Kaffeehäusern konnte man Künstler, Literaten und Politiker antreffen, bedeutende Zeitschrif­ten lesen oder Geschäftsverträge abschließen. Viele Jahre hindurch — das ganze 18. Jahrhun­dert – stellten die Kaffeehäuser Europas den Mittelpunkt des wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Lebens dar. Verloren gegangen war aber leider die mystische Atmosphäre der ersten orientalischen Cafés, eine Mischung aus Musik, Erzählungen und Legenden einer fer­nen Welt.

Das Aufleben der Kaffeehäuser war also ein eu­ropäisches Ereignis, das nicht nur rein zufällig zur Zeit der Aufklärung einen Höhepunkt er­lebte. Die Entfaltung dieser kulturellen Strö­mung liegt zwischen zwei historischen Meilen­steinen: der englischen Revolution (1688) und dem Beginn der französischen (1789). Es be­steht also eine zeitliche Übereinstimmung zwi­schen der Verbreitung der Kaffeehäuser in Eu­ropa und dem Anbruch des »Zeitalters der Vernunft«. Eine Übereinstimmung auch der Orte, denn gerade in den Kaffeehäusern wurde über Literatur, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik diskutiert.

Wahrscheinlich handelte es sich damals um eine gegenseitige Beeinflussung: Die Cafés ga­ben den Protagonisten der kulturellen Erneue­rung gleichzeitig die Gelegenheit und den Vor­wand, sich zu treffen, Meinungen und Ideen auszutauschen, Anregungen zu finden. Das neue Getränk förderte diese regen geistigen Tätigkeiten dank seiner »den angeregten Geist erweckenden Tugend«, wie Pietro Verri in der Einführung zur ersten Ausgabe der Zeitschrift geschrieben hatte, die mit demselben Namen des berauschenden Tranks benannt wurde. Il Caffe erschien vom Juni 1764 bis Mai 1766 in Mailand. Herausgeber war Pietro Verri, Mitar­beiter sein Bruder Alessandro, Cesare Beccaria und zahlreiche andere Intellektuelle jener Zeit, die alle Mitglieder der Accademia dei Pugni (Akademie der Fäuste) waren.

Der Titel dieser Zeitschrift war an und für sich schon eine Provokation, ganz das Gegenteil zu den pompösen Namen der akademischen Blätter jener turbulenten Zeit. Die Artikel verbar­gen hinter scheinbar harmlosen Gesprächen von Kaffeehändlern in Mailänder Cafés kultu­relle und vor allem politische Themen wie die Analyse der zeitgenössischen Moral, die Ethik im Handel und Auseinandersetzungen mit der italienischen Literatur.

Die wohltuende Wirkung des Kaffees auf Geist und Verstand musste wohl auch Voltaire, einer der Hauptfiguren der französischen Aufklä­rung, bekannt sein; man erzählte sich damals, er hätte bis zu fünfzig Tassen Kaffee am Tag ge­trunken. In jener so bedeutsamen Zeit für die gesellschaftliche und kulturelle Weiterent­wicklung stellte der Kaffee nicht nur eine genüssliche Befriedigung für den Gaumen dar, sondern wirkte auch anregend auf die frei­heitsliebenden Geister jenes Zeitalters.