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Koffeinfreier Kaffee

Lassen wir die unbestritten durststillende Wirkung des Kaffees beiseite, die bei einigen Zubereitungsarten wie Espresso oder türki­schem Mokka unerheblich ist, so bleiben zwei Gründe für den Kaffeekonsum, die dazu verleiten, ein Tasserl des duftenden Getränks zu sich zu nehmen: der Genuss und die anregende Wirkung.

Wenn für den letzten Grund hauptsächlich das Koffein verantwortlich ist, für das es einige wenige Kontraindikationen gibt, so ist der Kaffeegenuss glücklicherweise keinen Einschränkungen unterworfen; um sich diesem Genuss grenzenlos hinzugeben, muss er nur vom Koffein befreit werden. So ent­stand am Anfang des 20. Jahrhunderts der »koffeinfreie« Kaffee, der auch denen das Kaffeetrinken ermöglicht, die kein Koffein vertragen oder die im Laufe des Tages be­reits die ideale Menge zu sich genommen haben. Beim koffeinfreien Kaffee kann es eher zu einer Qualitätsminderung durch zu lange Lagerung kommen. Das verbreitetste System zur Entziehung des Koffeins sieht den Gebrauch von Lösungsmitteln (Dichlormethan oder Äthylacetat) vor, die nicht nur das Koffein lösen, sondern auch dichte Öle mit der chemischen Bezeichnung Sterine. Diese Substanzen sind in den Zellen der Bohnenoberfläche konzentriert, verschlie­ßen deren Poren und verlangsamen damit den Austritt der darin enthaltenen Gase. Diese Gase, darunter in erster Linie Kohlen­dioxyd, verhindern, dass Sauerstoff in das Zellinnere gelangt, vermeiden dadurch die Oxydation der enthaltenen Substanzen und verlangsamen die Qualitätsminderung des Kaffees; fehlen diese Öle, wird der Kaffee schneller alt.

Das erfordert einen schnelleren Verbrauch dieses Kaffees, der aber, aufgrund der ge­ringen Nachfrage, langsamer im Umschlag ist als der normale Kaffee. Deshalb stets das Verfallsdatum, oder, falls angegeben, das Herstellungsdatum beachten! Beim Entkoffeinieren mit Lösungsmitteln wird der noch grüne Kaffee erst mit circa 120 °C heißem Dampf behandelt, der die Zellporen öffnet und das Lösungsmittel ein­dringen lässt. Das von diesen Substanzen gelöste Koffein wird dann abgesondert und wiederverwertet; es wird im Allgemeinen von der pharmazeutischen Industrie gekauft, die es für verschiedene Arzneimittel verwen­det. Der Kaffee wird nach dem Entkoffeinieren gewaschen und getrocknet und kann dann geröstet werden. Manche Verbraucher sorgen sich um even­tuelle Lösungsmittelrückstände im Kaffee nach dessen Bearbeitung, aber diese Residuen sind äußerst gering und auch gesetz­lich geregelt.

Es gibt zwei Methoden, um Koffein zu ent­ziehen. Die ältere Methode ist das Waschen in Wasser, ein langwieriger und wenig wirk­samer Vorgang, da Wasser kein selektives Lösungsmittel ist und deshalb nicht nur Kof­fein, sondern auch andere lösbare Substan­zen wie Zucker und Proteine löst. Neuer ist hingegen das Verfahren, das an­stelle der üblichen Lösungsmittel »überkritisches« flüssiges Kohlendioxyd verwendet. Es hat eine selektive Wirkung auf Koffein und löst nur das Alkaloid und nichts ande­res.

Dieses Verfahren wäre die ideale Methode, um einen Kaffee von hochwertiger Qualität zu erhalten. Leider sind die Anlagen für diese Verarbeitung so kostspielig, dass sie noch wenig verbreitet sind. Welches System auch angewandt wird, der Qualitätsverlust durch die Entkoffeinierung ist unmerklich; auch einem Kenner fällt es schwer, einen koffeinfreien Kaffee von einem »normalen« Kaffee derselben Sorte zu unterscheiden. Im Allgemeinen bemerkt man nur einen we­niger bitteren Geschmack, so dass die süße Komponente in den Vordergrund tritt (Koffein ist bitter). Technisch lassen sich also koffeinfreie Kaffee-Mischungen herstellen, die ge­nauso gut sind wie die normalen. Alles hängt von der Qualität der verwendeten Kaffee­sorten ab.

Das Koffein

In der westlichen Welt hat der Kaffee in sei­ner etwa dreihundertjährigen Geschichte dank zwei seiner Eigenschaften eine Anhänger Schar erobert, die über 90% der Er­wachsenen ausmacht: sein Wohlgeschmack und seine anregende Wirkung. Von den über 1200 chemischen Bestand­teilen des Kaffees wirken viele anregend auf die Geschmacks- und Geruchsempfindun­gen; dem Koffein ist allerdings die physio­logische Wirkung auf den menschlichen Körper zuzuschreiben. Seit dem 17. Jahr­hundert sind einige therapeutische Eigen­schaften dieser Substanz bekannt, die zum Beispiel zur Behandlung von Gicht und Pellagra genutzt werden. Heute sind dies sicher keine Krankheiten mehr, die die Menschen erschrecken, aber man schätzt weiterhin die wohltuende Wirkung des Kaffees zur Förde­rung der Verdauung, da er die Tätigkeit der Bauchspeicheldrüse stimuliert, harntreibend ist und den Kreislauf reguliert und anregt. Seine wichtigste Wirkung hat das Koffein auf das Zentralnervensystem. Es steigert die Aufmerksamkeit, verbessert die Konzentra­tions- und Merkfähigkeit, verringert die An­sprechzeiten auf äußere Beize (d. h. es ver­bessert die Reflexe) und wirkt sich, laut jüngsten Forschungen, anscheinend auch sehr positiv auf die Stimmung aus. Diese Substanz, die so viele Wunder be­wirkt, ist chemisch gesehen ein Alkaloid, ge­nauer gesagt 1,3,7 Trimethylxanthin, eine weiße, geruchlose, bittere, wasserlösliche Substanz. Bei den verschiedenen Zubereitungsarten des Kaffees wird das Trimethylxanthin fast vollständig aufgelöst; eine Aus­nahme bildet der Espresso. Aufgrund der geringen Wassermenge bei dieser Methode und der kurzen Berührungszeit mit dem Wasser (etwa 30 Sekunden) bleibt die Sub­stanz erhalten, vor allem wenn der Espresso besonders stark zubereitet wird. Trotz der zahlreichen wohltuenden Wirkun­gen des Koffeins sollte Kaffee nur in Maßen genossen werden, auch wenn nur sehr große Dosen gefährlich werden (10 Gramm oder etwa 100 Tassen Espresso pro Tag). Die ideale   Menge  für einen  Erwachsenen  ist 300-400 Milligramm pro Tag, d. h. etwa vier Tassen Espresso aus Arabica-Kaffee. Diese Art enthält 1,1-1,7% Koffein, Robusta-Kaffee hingegen 2-4,5%. Außerdem werden für eine Tasse Espresso 6-7 Gramm Kaffee verwendet, anstatt der 10-15 Gramm für eine auf andere Art zubereitete Tasse Kaffee.

Aber nicht alle Menschen bauen Koffein gleich schnell ab. Durchschnittlich verar­beitet jeder Mensch stündlich 20% des im Blutkreislauf befindlichen Koffeins; es gibt allerdings große Unterschiede von Mensch zu Mensch. Bei Frauen erfolgt dieser Vor­gang im Allgemeinen schneller als bei Män­nern, ausgenommen während der Schwan­gerschaft; dann werden die Zeiten so lang, dass vom Kaffeetrinken ganz abgeraten wird. Koffein ist auch und vor allem von denjenigen zu meiden, die an Gastritis, an Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren oder an Kreislaufstörungen leiden. Wollen wir die für jeden von uns optimale Menge kennenlernen, müssen wir selbst versuchen herauszufinden, ob unser Körper Koffein schnell oder langsam abbaut, und müssen daran denken, dass die zwei häufigsten Arten der Kaffeepflanze Koffein in unter­schiedlichen Anteilen enthalten. Unser Organismus verfügt jedoch über ein wirksames System zur Selbstanalyse, und das wird uns helfen, die Anzahl von Tassen zu bestimmen, die uns ein Maximum an wohltuender Wirkung und Kaffeegenuss und ein Minimum an Problemen schafft. Auf jeden Fall ist es besser, mehrmals am Tage kleine Mengen Koffein zu sich zu neh­men, als konzentrierte Mengen auf einmal. Das erklärt den Erfolg des Espressos: sein Koffeingehalt ist geringer als bei anderen Arten der Zubereitung (90-150 mg pro Tasse gegenüber 150-300 mg), und er kann mehr­mals am Tag und nicht unbedingt nur nach dem Essen getrunken werden.

Kaffee und Diabetes

Liest sich das nicht wunderbar? „Der Genuss von Kaffee vermindert das Risiko  zuckerkrank zu werden, stellt eine Studie der brasilianischen Universität Sao Paolo fest.“ Leider muss man das relativieren, denn zum einen behandelt die Studie nur Diabetes Typ 2 (Diese Art des Diabetes wurde früher auch nicht-insulinabhängiger Diabetes mellitus oder Altersdiabetes genannt, da er in der Regel bei älteren Menschen zum ersten Mal auftritt ), zum anderen wurde die Diabetes hemmende  Wirkung nur festgestellt, wenn der Kaffee zum Mittagessen getrunken wurde. 69.532 französische Frauen im Alter von 41-72 Jahren hatten an dieser Untersuchung teilgenommen. Das durchaus überraschende Ergebnis: es ist egal ob der Kaffee koffeinfrei ist oder nicht, ob er gezuckert ist oder nicht, ob er gefiltert ist oder nicht. Lediglich der Zeitpunkt des Trinkens ist relevant, zu Mittag eben. Test mit Tee oder Zichorien-Kaffee haben keine derartige Wirkung erzielt.

Häufig gestellte Fragen –FAQ

Frage: Stimmt es, dass Kaffee gegen Typ 2 Diabetes schützt?

Antwort:  Gegenwärtig ist es zu früh, das zu behaupten. Die epidemiologische Forschung hält allerdings fest, dass Kaffee einen schützenden Effekt haben kann.

Frage: Wie kann Kaffee gegen Typ 2 Diabetes schützen?

Antwort: Die genaue Ursache und Wirkung muss noch festgestellt werden. Es gibt schon Hypothesen und die Untersuchungen laufen in einigen Forschungszentren auf Hochtouren.

Frage: Hat jeder Kaffee diesen Effekt?

Antwort: Ja. Koffeinhaltiger und koffeinfreier Kaffee haben dieselbe Wirkung bezüglich des Diabetes-Risikos.

Frage: Wie viel Kaffee muss man trinken, um eine schützende Wirkung zu erzielen?

Antwort: Die meisten Forschungsarbeiten zu dem Thema Kaffee und Diabetes konstatieren, dass positive Effekte bei einem Konsum von 3 bis 4 Tassen pro Tag zu erkennen sind.

Kaffee und Koffein

Der Kaffee hat das Bier als beliebtestes Getränk der Deutschen schon lange abgelöst. 70 Milliarden Tassen werden jährlich in Deutschland konsumiert. Ursache dafür ist wohl die anregende Wirkung des Kaffees, wofür hauptsächlich das darin enthaltene Koffein verantwortlich ist. Grund genug die gesundheitlichen Auswirkungen dieses intensiven Genusses genauer unter die Lupe zu nehmen.

Koffein ist weltweit die am häufigsten konsumierte pharmakologisch aktive Substanz. Je nach Konzentration und Art der Zubereitung enthält eine Tasse Kaffee zwischen 4mg (koffeinfreier Kaffee) und 130mg (Espresso) Koffein. Außerdem muss bedacht werden, dass Robustabohnen viel mehr Koffein enthalten als Arabica.

Im Vergleich dazu liegt der Koffeingehalt einer Dose Cola bei circa 35mg. Was uns jetzt aber interessiert ist, wie wirkt sich das Koffein auf den menschlichen Körper aus?

Nehmen wir einen durchschnittlichen Kaffeeverbrauch von 4 Tassen täglich an, dann hat das Koffein überaus vorteilhafte Auswirkungen auf Körper und Geist.

Positive Wirkungen von Koffein:

  • Eine Anregung des Nervensystems; zum Beispiel als Unterstützung beim lernen
  • Steigerung der Herztätigkeit und Beschleunigung des Pulsschlags
  • Erhöhte Produktion von Magensäure und Steigerung des Blutdrucks
  • Diuretische Wirkung (vermehrte Harnbildung)
  • Koffein wirkt Gefäßerweiternd
  • Anregung der Darmperistaltik

Zusammenfassend kann man sagen, dass das Koffein den Stoffwechsel fördert.

Bei übermäßigem Kaffeegenuss können sich die Folgen aber leicht ins Negative kehren. Zwölf Häferl Kaffee oder mehr pro Tag bringen gesundheitliche Risiken mit sich. Ab einer Dosis von ungefähr 10 Gramm ist Koffein sogar tödlich. Bei einer sehr hohen Koffeinzufuhr, der so genannten Koffeinvergiftung, kommt es zu Herzrasen, Zittrigkeit, Schwindelgefühl und Bluthochdruck. Des Weiteren können zu den oben erwähnten Symptomen noch Kopfschmerzen und Magenbeschwerden hinzukommen.