Der Kaffeehandel

Die Kaffeewelt wird üblicherweise in zwei Sparten unterteilt: Erzeugerländer und Verbraucherländer. Im Verbraucherland wird der Kaffee nicht angebaut, sondern nur ver­braucht — letzteres trifft aber auch für die Erzeugerländer zu, welche durchschnittlich im Jahr beinahe 20 Millionen 60-kg-Säcke Kaffee bei einer Gesamtproduktion von 90-100 Millionen konsumieren. Der internatio­nale Kolonialhandel wird von der ICO, der Internationalen Kaffeeorganisation (Inter­national Coffee Organisation) geregelt, un­ter deren Dach sowohl die etwa 50 Erzeuger­länder, welche ca. 98% der Welternte stel­len, als auch die bedeutendsten westlichen Weltmärkte vereint sind. Nicht an die Orga­nisation angeschlossen sind etwa zwanzig zweitrangige Kaffee-Erzeuger, deren Ernte aber oft einige zehntausend Säcke zählt, sowie die Verbraucherländer Osteuropas, Israel und einige andere Staaten.

Die Mitglie­der der ICO verbrauchen jährlich etwa 55 Millionen Säcke Kaffee, die Nichtmitglieder ca. 10 Millionen. Im Rahmen der ICO sind die Erzeugerländer in vier Gruppen unter­teilt, die sich aufgrund der Eigenarten ihrer Kaffeesorten unterscheiden: Die Gruppe der »Milden Kolumbianer«, wozu Kenia, Tansa­nia und natürlich Kolumbien gehören; die Gruppe der »Brasilianer« und der anderen zur Familie der Coffea arabica gehörenden Kaffeesorten mit Brasilien und Äthiopien; die Gruppe der »Anderen Milden«, mit allen anderen Arabica-Erzeugern und die Gruppe der Coffea robusta mit allen Erzeugerlän­dern dieser Sorte. Die ICO verfolgt zwei Hauptziele, einerseits die weltweite Steige­rung des Kaffeekonsums und andererseits eine für die Produzenten gewinnbringende Preisgestaltung. Um dieses Ziel auch wirklich zu erreichen, halten die Mitglieder der Organisation ein Abkommen (ICA, International Coffee Agreement) unterzeichnet, das jeweils vier Jahre gültig ist und die Exportmengen jedes einzelnen Erzeugerlandes sowie den Mindest- und Höchstpreis für den Verkauf festlegt. Die Preise werden täglich auf den Terminmärkten von London und Paris-LeHavre für die Coffea robusta und an der Ter­minbörse New Yorks für die Coffea arabica für alle vier Gruppen ermittelt. Wenn die durchschnittlichen Preise in einem Zeitraum von vierzehn Tagen den Mindestwert unter­schreiten sollten, werden die Ausfuhrquoten reduziert, sollten sie aber den festgelegten Höchstpreis überschreiten, werden die Export Mengen erhöht. Sollte die Preissteige­rung beachtlich und langfristig sein, kann die Quotenregelung sogar eingestellt werden. Dieser Mechanismus verhindert zwar eine zu starke Preissenkung bei Überproduktion, schließt aber eine kräftige Preiserhöhung in kargen Erntejahren nicht aus.

Der Kaffee Handel spielt sich eigentlich nur zwischen dem Exporteur, der die Kaffeepartien von den Erzeugern oft mit Vermittlung des Staats abkauft, und den Röstereien ab, die ihren Sitz in den Importländern haben. Gewöhn­lich steht zwischen Exporteur und Rösterei ein Mittelsmann, ein sogenannter Rohgut­händler, welcher die Partien einkauft, um sie an eine oder mehrere Röstereien (meistens mittelgroße oder kleine) weiterzuverkaufen, oder ein Agent (Broker). In diesem Fall han­delt es sich aber um direkte Handelsgeschäfte, da der Agent nur eine Provision für seine Vermittlung erhält. Die Anzahl der Exporteure wird von den Erzeugerländern durch begrenzte Lizenzvergabe beschränkt; diese Maßnahme findet aber keine Entspre­chung in den Verbraucherländern hinsicht­lich der Einfuhr von Seiten der Importeure oder Röstereien

Comments are closed.