Fortpflanzung und Einpflanzung

Neue Kaffeepflanzen entstehen entweder durch Aussaat oder durch Stecklinge. Überall verbreitet, ist die Aussaat, denn durch Züchtung ermöglicht sie die Kreuzung zwischen verschiedenen Sorten, um die Qualität des Kaffees zu verbessern. Das zweite System garantiert dagegen die perfekte Ver­mehrung der Mutterpflanze und vermeidet unerwünschte Mutationen. Für die Aussaat muss bereits bei der Ernte auf die richtige Reife der Frucht und auch auf die Auslese der Samen geachtet werden. Diese Auslese wird manuell vorgenommen: zuerst werden die reifsten, gleichmäßigsten Früchte ausgesucht, dann werden sie vorsichtig entkernt, d.h. die zwei Bohnen, noch in ihre Pergamenthaut gehüllt, werden herausgenommen.

Dann gibt man die Bohnen ins Wasser: die schwimmenden und »verfärbten« werden aussortiert. Die »guten« Bohnen werden in Abständen von 1-3 cm in Holzkästen, die mit humusreicher Erde gefüllt sind, gelegt und mit einer leichten Schicht Erde be­deckt. Sie wird regelmäßig begossen und mit Blättern zugedeckt. Die Kästen werden in die sogenannte Nursery gestellt, wo sie vor direkter Sonnenbestrahlung geschützt sind. Nach einigen Wochen sprießen die Pflänzchen, das erste Blätterpaar kommt zum Vor schein; auch die Wurzeln sind gewachsen und haben bereits eine Länge von zehn Zentimetern erreicht. Für die Vermehrung durch Setzlinge verwendet man die Zweige von ausgewachsenen Sträuchern. Die Zwei­ge dürfen nicht geknickt werden; am besten eignen sich solche, die weit vom Stamm ent­fernt sind, da der Zweigdurchmesser nicht zu groß sein soll. Diese Zweige werden in etwa 10 cm kleine Stückchen geschnitten, wobei sich auf jedem Stück ein Blätterpaar befinden muss; dann halbiert man sie wie­derum der Länge nach; das Blatt, das auf jedem Stück geblieben ist, wird ein wenig ge­stutzt. Diese Stecklinge kommen nun in die Kästen mit Humusboden, wobei das Blatt aus dem Boden ragen muss. Auch diese Behälter werden reichlich gegossen und in die Nursery gebracht. Nach einigen Wochen wachsen bereits die Wurzeln und kurz da­nach die ersten Blätter. Von nun an ist der Wachstumsprozess beider Systeme einheit­lich: Bevor die Wurzeln zu groß werden, wird das Pflänzchen vorsichtig aus dem Holzkasten genommen und in einen Plastik­sack mit guter Erde gepflanzt. Die Pflänz­chen bleiben fast ein Jahr in der Nursery in ihren Säcken unter fachkundiger und aufmerksamer Kontrolle. Sobald das sechste Blätterpaar gewachsen ist und bevor sich die Zweige bilden, werden die Pflanzen end gültig in den Boden gesetzt, der vorher von Steinen befreit und gut gedüngt wurde. Jede Pflanze kommt mit der Erde aus dem Sack in den Boden, wird mit großen Blättern vor der Sonne geschützt und reichlich begos­sen. Nach drei bis vier Jahren bringt der Strauch eine gute Ernte, aber erst nach zehn Jahren erreicht er seinen maximalen Ernteertrag. Hat man aus dem Hauptstamm keine weiteren Stämme wachsen lassen, wird die Fruchtbarkeit der Kaffeepflanzen nach zwanzig Jahren langsam nachlassen.

Comments are closed.