Kaffee aus Kenia

Kenia, die afrikanische Schweiz, wie dieses Land oft bezeichnet wird, ist ebenfalls be­rühmt für seine Kaffeequalität (die Her­stellung beschränkt sich auf 1,5 Millionen Säcke pro Jahr). Das milde und beständige Klima ist ideal sowohl für die Menschen wie für den Anbau der Arabica, die in den Sorten Bourbon und Kent bei 1500-2100 Me­tern ü.d.M. und in Höhen gedeihen, in denen es keinen Frost gibt. Die erforderliche Feuchtigkeit des Bodens wird in vielen Plantagen durch Bewässerungsanlagen ge­sichert; die Schattenbäume, meist Bananen, schützen die Sträucher vor der starken Sonne. Es gibt etwa 300.000 Plantagen, die in 150 Genossenschaften zusammengeschlossen sind; in Kenia gibt es keinen Privat­besitz. Der Staat tritt meist als Koordinator und Unterstützer der Kaffeeanbauer auf, seltener übernimmt er eine Kontrollfunk­tion. Deshalb wurden auch staatliche For­schungszentren für Züchtung und Pflanzen­schutz gegründet, die den Genossenschaften ständige Betreuung bieten. Auch in Kenia werden die Bäume so gestutzt, dass mehre­re Stämme aus einem Stumpf wachsen kön­nen; deshalb kann man in Kenia ertrags­fähige Kaffeesträucher finden, die im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts gepflanzt worden sind. Es gibt hier zwei Hauptblüteperioden: Oktober-November und März-

Mai, auch wenn das ganze Jahr über kür­zere Blütezeiten möglich sind. Die Ernte er­folgt wöchentlich nach dem Picking-System, obwohl ein Großteil der Ernte – etwa 80 % -in den Monaten Juni bis September und vor allem von Oktober bis Januar eingeholt wird. Vorwiegend wird in den Plantagen nach der nassen Aufbereitung gearbeitet. Die noch mit der Pergamenthaut versehe­nen Bohnen werden in die Verarbeitungszentren der Hauptstadt Nairobi gebracht, wo sie geschält, gesäubert und in Säcke ver­laden werden. Der Rohkaffee wird vom Staat angekauft und bei Versteigerungen an die zugelassenen Exporteure (einige Dut­zend) weiterverkauft. Die Hersteller werden im Verhältnis zu den Preisen bezahlt, die bei den Versteigerungen erzielt werden; dies ist ein starker Anreiz für eine qualitativ hoch­wertige Produktion. Aus diesem Grunde sind die Preise des Kaffees aus Kenia auf dem internationalen Markt erheblich höher als der Durchschnitt. Die beste Qualität sind die mit AA ausgezeichneten Bohnen (AA be­deutet, dass die Bohnen übergroß sind). Der Kaffee ist nicht so bitter, sehr mild, säure-und gehaltreich; das Bouquet ist stark, blumig und beinahe fruchtig; es erinnert manchmal an den Duft von geröstetem Brot. Der Kenia-Kaffee wird vor allem für die Filterkaffeemischungen verwendet; bei den Espressomischungen verleiht auch eine nur geringe Menge dieser Sorte dem Kaffee ein ganz besonderes Aroma. Aufgrund des ho­hen Säuregehalts kann man diese Sorte nur in kleineren Mengen verwenden. Im Gegen­satz zu den Brasilianern und Guatemalteken trinken die Kenianer vorwiegend Tee. Ihr Kaffeeverbrauch pro Person und Jahr er­reicht nicht einmal 200 Gramm, so dass prak­tisch die gesamte Produktion exportiert wird (etwa ein Drittel des Gesamtexports).

Comments are closed.