Kona Kaffee, das braune Gold Hawaiis

Kona Kaffee kommt aus dem Kona-Distrikt an der Westküste der Insel Hawaii (Big Island), der größten Insel des hawaiianischen Archipels. Seit dem frühen 19. Jahrhundert wird auf Hawaii Kaffee angebaut. Die extrem fruchtbaren Hänge der beiden Vulkane Mauna Loa und Hualalai bieten ein ideales Mikroklima für den Anbau von qualitativ hochwertigem Kaffee.

Ein gewisser Reverend Ruggles führte 1828 Kaffeebohnen aus Brasilien ein. Der Kaffee wurde ursprünglich auf großen Plantagen angebaut, im Zuge der weltweiten Kaffeekrise 1899 änderten sich aber die Besitzverhältnisse. Die Plantagenbesitzer waren gezwungen das Land an ihre Arbeiter zu verpachten. Diese Arbeiter, vornehmlich japanischer Abstammung, begannen nun Feinschmeckerkaffee in kleinen Familienbetrieben anzubauen. Heute gibt es in Kona über 600 Kaffeefarmen, von denen die meisten nur eine Größe von 1 bis 3 Hektar haben. In diesen kleinen Familienbetrieben werden die Bohnen von Hand geerntet und es wird mit größter Sorgfalt auf die Qualität geachtet.

Anbau und Verarbeitung

Die Blütezeit des Kona Kaffee ist im Februar und März. Kleine weiße Blüten bedecken die Kaffeesträucher und werden von den Einheimischen als „Kona Schnee“ bezeichnet. Im April erscheinen die ersten grünen Früchte auf den Sträuchern. Gegen Ende August beginnen die ersten Kaffeekirschen zu reifen. Zwischen August und Jänner werden die reifen Früchte in regelmäßigen Abständen von den Kaffeepflanzen gepflückt. Pro Pflanze ergibt das einen Ertrag von ungefähr 10 bis 15 Kilogramm. Innerhalb von 24 Stunden nach der Ernte werden die Kerne (die Kaffeebohnen) vom Fruchtfleisch maschinell getrennt und danach in einem Fermentationstank gelagert. Die Dauer der Fermentation ist von der Temperatur abhängig und dauert 12 bis 24 Stunden. Danach werden die Kaffeebohnen 7 bis 12 Tage getrocknet.

Kona Kaffeebohnen werden nach ihrem Typ klassifiziert. Typ I Bohnen stammen aus Früchten mit zwei Kernen, flach auf der einen-, oval auf der anderen Seite. Typ II Bohnen stammen aus Früchten mit nur einem Kern und sind nicht abgeflacht. Diese Kaffeebohnen werden auch „Peaberries“ genannt. Weitere Klassifikationen werden nach Größe, Feuchtigkeitsgehalt und Reinheit vorgenommen. Typ I Kona Kaffee wird eingeteilt in: Kona Extra Fancy, Kona Fancy, Kona Number 1, Kona Select und Kona Prime. Die Typ II Bohnen werden in Peaberry Number 1 und Peaberry Prime eingeteilt. Es gibt auch tiefere Qualitätsabstufungen, die sich aber nicht als Hawaii Kona bezeichnen dürfen.

Was sagen Experten über Kona Kaffee?

Kona Kaffee besteht aus Arabicabohnen, die durch die spezielle Umgebung und die besonders sorgfältige Verarbeitung ein besonderes  Aroma erhalten, das sich von allen anderen Kaffees unterscheidet. Der vulkanische Boden verleiht dem Hawaii Kona einen fruchtigen, gehaltvollen Körper mit einem intensiv-würzigen und fruchtigen Aroma, jedoch mit wenig Säure. Die leichte Nussnote, die sich süßlich präsentiert verleiht ihm diesen lieblichen unnachahmlichen ausdrucksvollen Körper, den Kaffeekenner schätzen und lieben.

Die Kona Mischung und der legale Betrug

Es kursieren abenteuerliche Marktzahlen; 700 Tonnen Kona Kaffee werden jährlich geerntet, aber am Weltmarkt tauchen 10.000 Tonnen Hawaii Kona auf. Wie geht das? Ganz einfach geht das. Ein als „Kona Mischung“  bezeichneter Kaffee-Blend muss nur 10% Kona Kaffee enthalten. Der Rest darf billiger, importierter Schund sein.

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