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Die Kaffeeverpackung
Der geröstete Kaffee ist nun verbrauchsfertig. Die gerösteten Bohnen müssen aber vor dem Versand an die Verbrauchermärkte nach allen Regeln der Kunst gelagert und verpackt werden. Bei Zimmertemperatur verliert das Röstgut innerhalb zwei Wochen seine charakteristische Frische und seinen Duft: die aus den Bohnen entweichende Kohlensäure setzt auch die flüchtigen Aromastoffe frei und entzieht dem Kaffee einen Teil seiner Substanzen; die in der Luft enthaltene Feuchtigkeit und der Sauerstoff tragen zum Aromaverlust bei, da sie die Oxydation einleiten und beschleunigen. Der Oxydationsprozess tritt nicht sofort ein, da die in den Zellen unter Hochdruck eingeschlossene Kohlensäure als Antioxidiermittel wirkt; sobald sie aber freigesetzt wird, kann sie diese Funktion nicht mehr ausüben. Ziel der Verpackung ist also die Vereinfachung des Transports und die Verlängerung der Haltbarkeit (shelf life, d. h. des Lebens im Regal) des Kaffees. Es gibt Verpackungen, die nur für die erste Aufgabe bestimmt sind, d. h. Aufbewahrung unter Standardbedingungen, in Säcken oder Schachteln, wo gasförmige Stoffe eindringen und auch entweichen können, da keine Verschlussdichte besteht. Um eine optimale Aufbewahrung des Kaffeeguts zu gewährleisten, muss modernste Verpackungstechnologie angewandt werden.
Drei Verpackungsarten eignen sich speziell für diesen Zweck. Erstens die Vakuumverpackung, wozu Metalldosen oder auch Tüten zählen. Nach der Füllung mit Kaffee wird die Luft aus den Behältern gepresst und diese werden dann luftdicht verschlossen. Die Kohlensäure und ein Großteil der flüchtigen Aromastoffe werden zwar zusammen mit der Luft aus der Kaffeeverpackung abgesaugt (wenn Bohnen verpackt werden, müssen diese vorher entgast werden), aber es kann dafür keine Lull in das Verpackungsinnere dringen. Dieses Verpackungssystem wird vor allem für gemahlenen Kaffee vorgezogen, da das Produkt mindestens drei Monate seine Eigenschaften behält. Das zweite Verpackungssystem sieht die Anwendung von Behältern (Tüten oder Dosen) vor, an denen ein Einwegventil angebracht ist: die sich im Kaffee bildenden Gase können entweichen, aber es kann keine Außenluft eindringen. Bevor der mit der Mischung gefüllte Behälter versiegelt wird, kann mit trägen Gasen (Stickstoff oder Kohlensäure) ein Vakuum erzeugt werden. Aber auch ohne diese zusätzlichen Maßnahmen kann der so verpackte Kaffee (meistens in Bohnen) über ein Jahr gelagert werden. Die anfänglich im Behälter miteingeschlossene Luft wird langsam durch die vom Kaffee erzeugten Gase (15-20 Liter pro Kilo) ausgestoßen und stellt somit keine Gefahr für die Qualität des Inhalts dar. Im Vergleich zur Vakuumverpackung hat dieses System den Vorteil, dass anfänglich nur eine geringe Menge an Aromastoffen entweichen kann. Das dritte Verpackungssystem arbeitet mit einem Überdruckverfahren: Der Kaffee wird unter Inertgasdruck verpackt. Dazu braucht man vor allem luftdichte, hochresistente Behälter (meistens aus Metall); sobald der Kaffee eingefüllt ist, wird das Vakuum geschaffen; die abgesaugte Luft wird durch die Zufuhr von Niederdruckinertgas kompensiert und die Packung luftdicht verschlossen. Über ein Sicherheitsventil kann der Überdruck, der durch die Kaffeegase in der Packung entsteht, entweichen. Dank dieses Systems bleiben die Bohnen ständig unter Druck, was zwei Vorteile mit sich bringt: erstens die lange Haltbarkeit (über drei Jahre, da die Kaffee Zellen stets Kohlensäure enthalten, aber im Behälter keine Luft vorhanden ist) und zweitens der Erhalt der flüchtigen Aromastoffe, die mit der Zeit an den Fettstoffen anhaften, die die Zellwand verkleiden. Dieses Detail ist vor allem für die Zubereitung des italienischen Espresso wichtig, da nur mit dieser Methode die Fettstoffe emulgiert werden können, die dem Häferl Kaffee sein unverwechselbares Aroma verleihen. Mischungen können, wie wir gesehen haben, aus Bohnen oder auch gemahlenem Kaffee bestehen: Kaffeekenner ziehen im allgemeinen ganze Bohnen vor, da sie auch deren Aussehen zu würdigen wissen; außerdem bewahren die Kaffeebohnen für längere Zeit unverändert ihre Geschmacks- und Geruchseigenschaften.